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  • VERNETZTE LEBENSRÄUME
     INFRASTRUKTUR FÜR PFLANZEN UND TIERE

    HandelohHandelohHandeloh

    Der Gemeindeverbindungsweg, auf dem der Betrachter steht, verläuft in 0W-Richtung. Er führt hier über die Wasserscheide zwischen dem Estetal (im Westen) und dem Tal der Seeve (im Osten) hinweg, über die nach Süden auslaufenden „Höhen“ der Lohberge.

    Im Norden hinter den Feldern liegen Bauernwald und Staatsforsten, große zusammenhängende Waldgebiete mit Waldrand und Saumzonen, hier nach Süden gerichtet (bevorzugte Teillebens räume für viele Tiere!). Im Süden sieht man ein Kiefern-Feld gehölz, die „ Heidbrache“.

    Dazwischen nun dieser Gemeindever bindungsweg mit breiten Gras und Gebüschstreifen und wertvollen Einzel bäumen. Lebensräume und Struktur elemente in der überwiegend intensiv genutzten Landschaft. Leider ist der Weg ab hier oben z. T. asphaltiert wor den! Straßen, je stärker und breiter befe stigt, versiegelt, desto mehr sind im wahrsten Sinne des Wortes einschnei dende, oft unüberwindliche Barrieren für viele Bodenlebewesen wie Spinnen, Laufkäfer, Mäuse, mit Nachteilen für die Fortpflanzung der Tiere und damit letztlich auch für die gesamte Lebensgemeinschaft zerschnittener Land schaftsräume. Die Heckenanlage hier (1990/91 von der Handelober Naturschutzgruppe des Arbeitskreises Naturschutz e. V. be gründet) verbindet die oben genannten Lebensräume an einer wichtigen Stelle, schafft als Benjes-Hecke* mit ihrem Gestrüppwall vom ersten Tag ihres Be stehens Windschutz und Ver steckräume, Überwinterungs-, Rast-, Jagd- und Brutplätze. Goldammer, Dorngrasmücke und Neuntöter sind Charaktervögel dieser Landschaft. Sie und viele andere Vögel. Säugetiere, Insekten und Spinnen erhöhen den Grad biologischer Schädlingsbekämpfung in den angrenzenden Nutzflächen. Heckenzüge dieser Art schützen zudem die Ackerböden in ihrem Windschatten vor Erosion und verbessern insgesamt das Kleinklima in der Feldmark. Die Ernteerträge im Windschatten von Hecken sind nachgewiesenermaßen höher (siehe auch D 4). Langfristig einigermaßen stabile Tiergesellschaften brauchen Verbundsysteme*, großräumige Vernetzung ihrer Lebensstätten, Wanderwege, Leitlinien, Zwischensta tionen, Rastplätze, kurzeine ökologi sche Infrastruktur. Bild: Gemeindeverbindungsweg (1979) mit Bio topcharakter, wichtiger Lebensraum und „Wanderweg“ für Pflanzen, Tiere und Men schen, heute asphaltiert und in dieser Funk tion stark eingeschränkt. Um solche Verbesse rungen in der Landschaft zu erreichen, bedarf es vorweg der Zusammenarbeit zwischen Naturschützern, Landwirten und Gemeinderäten; ein konstruktives Miteinander ist nötig, das hier in vor bildlicher Weise gepflegt wurde und auch an anderen Stellen in der Ge meinde zunehmend entwickelt wird. Einschub: Der Arbeitskreis Naturschutz e.V. ... - setzt sich nachhaltig ein für den Erhalt der natürlichen Vielfalt unserer Landschaft, - berät Umweltausschüsse und Gemeinderäte in allen Fra gen des Biotopschulzes, von Pacht und Kauf wertvoller Na turflächen, - erarbeitet mit Arbeitsgruppen in den einzelnen Gliedge meinden Schutz-, Pflege und Entwicklungspläne für die gemeindespezifischen Lebensraumtypen, - führt im Winterhalbjahr an Wochenenden in den Gemeinden mit vielen frei willigen Helfern Biotoppflege- und entwicklungsarbeiten vielfälligster Art durch, - hat daher in allen 9 Gliedgemeinden oft mehrere ,.einheimische“ Ansprech partner, die vor Ort organisatorisch und mit Rat und Tal die gemeinsame Arbeit mittragen, - arbeitet in allen Fragen des Naturschutzes eng mit den Naturschutzbehörden in Winsen und Lüneburg zusammen, - und hat so zwischen 1989 und 1995 mehr als 80 Biotope in der Samtgemeinde TostedI gesichert, gepflegt, verbessert oder neu geschaffen und auf großen Flächen in den zahlreichen Naturschutzgebieten im Tostedter Raum mit Schülergruppen nachhaltige Biotop-Arbeit geleistet. Bild: Naturschutzgruppe Handeloll 1990 bei der Arbeit an hiesiger „Benjes-Hecke“.