Bewegliches Pünktchen vor der Sonne

 

Merkurtransit am 9. Mai 2016 in Holm-Seppensen und Handeloh

 

Am 9. Mai 2016 ist Merkurtransit. Er beginnt um 13:12 und endet gegen 20:40 Uhr, also fast mit Sonnenuntergang. Bei einem Merkurtransit zieht der sonnennächste und kleinste Planet – der Merkur – vor der Sonne entlang. Er bewegt sich langsam als kleines schwarzes Pünktchen vor ihrer Oberfläche. Man spricht auch von einem Merkurdurchgang. „Sowas kommt etwa 13 bis 14 Mal pro Jahrhundert vor, ist aber nicht immer von Mitteleuropa aus zu sehen“, erklärt der 1. Vorsitzende des AkA Achim Tribelhorn das Phänomen. Der nächste Transit wird im November 2019 und der darauf folgende erst im November 2032 stattfinden. Merkurtransits sind somit seltener als Sonnen- oder Mondfinsternisse.

 

Gleich an verschiedenen Orten in der Lüneburger Heide gibt es die Möglichkeit, den Merkurtransit zu beobachten. „Wir sind am 9. Mai ab 12:30 Uhr in der Sternwarte der Mühlenschule Holm-Seppensens im Jungfernstieg 4. Hinter der Turnhalle führt rechts im Pausenhof eine Stahlwendeltreppe aufwärts“, beschreibt Martin Falk, Lehrer am Albert-Einstein-Gymnasium, den Weg zur Sternwarte der Grundschule. In der römischen Mythologie ist Merkur der Gott des Handels. Aber das ist nicht der einzige Grund, warum der Arbeitskreis Astronomie (AkA) zeitgleich auf dem Handeloher Marktplatz unmittelbar am Rathaus seine Teleskope aufbaut. „Wir sind mobil und können dorthin gehen, wo die Menschen schon sind. Die ferne Welt da oben kann auch zwischen Einkauf und Behördengang nahegebracht werden“, freut sich der 2. Vorsitzende Klaus Plitzko auf möglichst viele Interessierte. Bäume und Gebäude verdecken auf dem Marktplatz ab 18.00 Uhr den Blick auf die Sonne. Dann zieht der AkA mit seinen Geräten um und zwar zum Planetenlehrpfad am Timmerloher Weg. Zwischen den Planetenpositionen von Uranus und Neptun wird der Transit weiterbeobachtet. Am Ende des Planetenlehrpfades werden auch Mitglieder der Gesellschaft für volkstümliche Astronomie (GvA) ihre Außensternwarte einsetzen, um den Transit zu verfolgen.

 

Das Merkurpünktchen ist nicht mit dem bloßen Auge zu sehen. Nur mit Teleskopen, die wie Sonnenfinsternis-Brillen alle mit einer speziellen Sonnenschutz-Folie ausgestattet werden, ist eine Beobachtung möglich. Die Folie lässt nur etwa 1/100 000 der Sonnenstrahlung durch, so dass alle Interessierten bestens geschützt sind. Eine andere technische Möglichkeit zur Beobachtung des Merkurtransits ist die Projektionsmethode. Hierzu wird die Sonne auf einem weißen Schirm abgebildet, so dass mehrere Besucher den Transit gleichzeitig beobachten können.

 

Die Veranstaltungen finden nur bei klarem Himmel statt!

 

Nie ohne Sonnenfinsternis-Brillen in die Sonne schauen!

 

Kontakt: www.astronomie-handeloh.de